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Hypnose eröffnet viel – das Interview mit Rosa-Maria Gaßmann

„Hypnose ist ein Türöffner, um zu sich selbst zu finden.“ Intensiv und nah begegnet mir Rosa-Maria Gaßmann im Gespräch. Mit Präsenz und innerer Strahlkraft wandelt sie schon lange auf den Pfaden ihrer Berufung. Wir tauchen rasch in die Welt der Hypnose ein, ihrem Lieblingsfeld. Aber auch das Praxisleben in ihrer Rolle als Ärztin und Allgemeinmedizinerin bedeutet ihr viel.

Im Zentrum für angewandte Hypnose in Mainz unterrichtet Rosa-Maria Gassmannn seit vielen Jahren Grundkurse und in Erfurt, Leipzig und Berlin bietet sie Aufbaukurse dazu an. Auch für Kinder ist Hypnose äußerst hilfreich und so gehört die Kinderhypnoseausbildung mit in ihr Wirkungsfeld. Hypnose ist im übrigen die stärkste Kraft und das stärkste therapeutische Mittel, damit sich Laborwerte ändern. Und Hypnose stärkt am meisten – es gehört zur Psychohygiene für jeden. Erfahre mehr im 14-Fragen-Interview:

Dr. Rosa-Maria Gaßmann

Wohnort: Berlin
Jahrgang: 1956
Beruf: Ärztin – Hausärztin, Hypnotherapeutin, Hypnoseausbilderin, Hypnoselehrtherapeutin & -supervisorin
Praxis: Bötzowstr. 21, 10407 Berlin
Motto: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ (Franz Kafka)

Was ist für Dich Gesundheit?
Das harmonische Miteinander von Körper, Geist und Seele.

Warum machst Du, was Du machst?
Mich hat schon als Kind der menschliche Körper fasziniert, die Anatomie und Physiologie. Die Medizin mit all ihren Facetten zu begreifen und heilsam zu wirken mit ihren Möglichkeiten, ist seit meinem Studium mein Anliegen. Ich wollte immer verstehen, was uns krank macht und was uns gesund erhält.

Was ist für Dich das Wichtigste an Deiner Arbeit?
Ich kann in dem, was ich tue, die sein, die ich bin.

Hast Du eine Methode in Deinem Repertoire, die für Dich am wertvollsten ist?
Im Rahmen meiner ganz unterschiedlichen Möglichkeiten ist es seit 17 Jahren die Hypnotherapie, die ich als besonders wertvoll und hilfreich für meine Arbeit als Ärztin erlebe.

Was war bisher Dein schönstes Erlebnis als Hypnotherapeutin?
Es gibt nicht das schönste Erlebnis, aber eines aus der letzten Zeit ist mir in besonderer Erinnerung geblieben, weil es die Möglichkeiten, die sich mit der Hypnose eröffnen, sehr eindrucksvoll zeigt.
Eine Frau – Mitte 30. Sie befindet sich in der Prüfungsphase einer Ausbildung und es steht ihr eine Operation bevor, die ihr große Sorgen bereitet. Medizinisch gesehen geht es eher um einen harmlosen Eingriff. Sie möchte mit Hypnose ihre Panikattacken loswerden. Ein Jahr zuvor war sie in einer Klinik. Die Umstände, mit denen sie konfrontiert war, haben Panikattacken hinterlassen, deren Ausmaß und Häufigkeit in der letzten Zeit sehr belastend und lebensbeeinträchtigend waren, und seit dem Wissen um die bevorstehende Operation begleitet sie eine Dauerangst. Sie beschreibt, die innere Stabilität verloren zu haben und sich ihres Körpergefühls nicht mehr sicher zu sein. In der ersten Sitzung geht es um innere Sicherheit – diese wieder zu bekommen, was ihr mit dem Bild eines Reiters gut gelingt. Nach der Sitzung fühlt sie sich sehr bei sich, innerlich ruhiger. In der Folgezeit bis zum nächsten Termin wird das Bild des Reiters zwar schwächer, aber auch die Panikattacken sind weniger häufig und haben an Intensität verloren. Sie sind längst nicht mehr so bedrohlich.
Die zweite Sitzung soll sie wieder mehr mit den eigenen Gefühlen in Kontakt bringen. Sie möchte ihren Gefühlen wieder mehr trauen und sich auf sich selbst verlassen können.
In der Hypnose führt ihr Unbewusstes sie zurück in das Szenario der Klinik, wo sie ihre Sicherheit und das Vertrauen in die eigenen Gefühle verloren hat. Mittels einer speziellen Hypnosetechnik gelingt es ihr, das damals Geschehene zu verändern.
Ein Szenenwechsel lässt sie auf einem Weg auftauchen, den sie ganz sicher begehen kann, obwohl es ein ihr unbekannter ist. Sie trifft auf einen großen Stein – stark und unerschütterlich. Den Witterungen trotzend nimmt sie sich ein kleines Stück (wie einen Edelstein) mit. Ihr Weg führt sie weiter – ihr Reiter begleitet sie zu einem Wasserfall, hinter dem sich eine Höhle befindet. In dieser trifft sie auf eine Maus, die ihr eine Tür zeigt. Die lässt sich leicht öffnen und dahinter ist eine Sommerwiese – lebensfroh bunt. Mit dem Reiter, dem Edelstein, der Maus und noch anderen Bildern aus der Hypnose geht sie der Operation, der bevorstehenden Prüfung und dem Leben überhaupt zuversichtlich entgegen.
Inzwischen ist die Operation erfolgt, die Prüfungen sind bestanden und ein Leben ohne Panikattacken möglich.

Wie sieht ein idealer Tag für Dich aus?
Gut ausgeschlafen in der Praxis mit gutgelaunten Mitarbeiterinnen tätig sein. Zeit für mich zu haben.

Was gehört für Dich zu einem guten Leben dazu?
Meinem inneren Lebensplan folgen, … meine Lieben (Kinder, Partner, Familie, Freunde), ein schönes Zuhause … Zeit für das, was ich gern tue.

Welches Erlebnis hat Dich in Deinem Leben am meisten beeinflusst?
Es gibt kein Erlebnis, was mich am meisten beeinflusst hat.

Mit welcher Persönlichkeit würdest du gerne mal für ein paar Stunden die Rollen tauschen?
Sarah Wiener.

Du erhältst von einem magischen Wesen drei Wünsche frei. Was würdest Du Dir wünschen?
Spielende, lachende Kinder mit Schulbüchern; freiheitliches Denken; medizinische Hilfe für alle, die sie brauchen.

Was würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?
Mein Klavier samt Noten von Bach, Mozart, Beethoven, Gonzales.

Wo und wie entspannst Du am besten?
Kochen, Klavierspielen, Garten und Natur, Golfen, Yoga, Selbsthypnose.

Was ist Dein Lieblingsessen?
Ich habe viele Lieblingsessen, je nach Jahreszeit und Befinden. Eintöpfe und Pasta-Kreationen sind die Favoriten.

Welchen Rat gibst Du unseren Leser*innen mit auf den Weg?
„Beginne damit, das Nötige zu tun. Dann tue das Mögliche und plötzlich tust Du das Unmögliche.“ (Franz von Assisi)

Wir bedanken uns für das Gespräch!

> zum Portrait Rosa-Maria Gassmann

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