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Besuch im Dojo: Das Interview mit Jochen Knau

Dojo (jap. 道場) bedeutet wörtlich übersetzt „der Ort, an dem der Weg geübt wird“. Wir haben Jochen Knau in seinem „Dojo“, dem Zentum für harmonische Bewegung, besucht, Aufwärmübungen für Aikido und eine Zen-Shiatsu-Massage am eigenen Körper erlebt. Gegründet hat Jochen das ZfHB in Berlin-Prenzlauer Berg im Jahr 1999. Neben Aikido, Zen-Shiatsu sind auch das Za-Zen und das von ihm entwickelte Ki-Konzept hier Zuhause. Das Ki-Konzept vereint im übrigen Elemente des Yoga, Qi-Gong und Makko-Ho. Mehr erfährst Du in unserem 14-Fragen-Interview mit:

Jochen Knau

Jahrgang: 1961
Wohnort: Berlin
Beruf: Geschäftsführer und Dozent vom Zentrum für Harmonische Bewegung (ZfHB)
Motto/Lieblingszitat: Wo alle Worte noch zu wenig wären, ist jedes Wort zu viel.

Was ist für Dich Gesundheit?
JK: Gesundheit und Krankheit stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Es ist ein Balanceakt in der Geist/Körper-Einheit, zwischen der wohltuend stärkenden Energie und der unnötig schwächenden Energie.

Warum machst Du, was Du machst?
JK: Wenn sich jeder Mensch etwas mehr um sich kümmert, so sagt man, dann ist schon genug getan. Also wollte ich auch etwas für mich tun was meinem Wesen entspricht, dabei durfte auf keinem Fall „Spaß und Freude mit Menschen haben“ fehlen. Und so kam der Tag, als ich mich für meinen Alltagsausgleich immer mehr für Methoden interessierte und mich auch beruflich dafür entschied.

Was ist für Dich das Wichtigste an Deiner Arbeit?
JK: Verbale, non-verbale Kommunikation, um den Gegenwartsmoment hervorzuheben.

Welche Methode in Deinem Repertoire ist für Dich am wertvollsten?
JK: Die Methode einfach zu sein, aufzutauchen als ganzer Mensch, indem ich all meine Vorstellungen und Ziele aufgebe, um meditativ wach zu sein, das ist auch die Grundlage des Handels in einem Dojo. Diese Handlungsweise ist erst mit der Zeit gereift und stellt jetzt auch in meinem Leben eine zentrale Thematik dar.

Was war bisher Dein schönstes Erlebnis als Shiatsu-Lehrer?
JK: Oh, es gab bisher viele schöne Erlebnisse im Shiatsu, als auch im Ki Konzept und im Aikido. Mindestens genauso viel schlechte Erlebnisse tragen gleichzeitig dazu bei, dass mein Potential für die Persönlichkeitsentfaltung unmerklich genährt wird. Man kommt sich selbst näher und bekommt eine Leichtigkeit für all das, was passiert. Daraus entsteht viel mehr Raum und Zeit für sich selbst und das sind die schönsten Erlebnisse im nach hinein.

Wie sieht ein idealer Tag für Dich aus?
JK: Jeder Tag ist ein neuer Tag, der die wiederkehrende Vergänglichkeit spiegelt. Ich freue mich auf jeden Tag, wie ich mich jedesmal auf die kommende Jahreszeit freue. Nur so kann es ein idealer Tag werden. Ist man schon während des Wachwerdens  im Planen oder Organisieren verstrickt, dann ist das der Tag.

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Was gehört für Dich zu einem guten Leben dazu?
JK: 
Ideen und Vorstellungen mit Menschen zusammen auszuarbeiten, was ein nachhaltiges Leben garantiert. Wichtig ist dabei, neue Wege zu finden und sich langsam vom bestehenden System zu lösen.

Welches Erlebnis hat Dich in Deinem Leben am meisten beeinflusst?
JK: Den Schritt zu wagen, dass ich in meinem Leben etwas gewagt habe, was mir gefällt, obwohl all meine Freunde mir von meinem Vorhaben damals dringend abgeraten haben.

Mit welcher Persönlichkeit würdest Du gerne mal für ein paar Stunden die Rollen tauschen?
JK: 
Da fällt mir jetzt gerade keine Persönlichkeit ein.

Du erhälst von einem magischen Wesen drei Wünsche frei. Was würdest Du Dir wünschen?
JK: Es geht nicht um ein magisches Wesen, es geht um Hoffnung, Kraft und Liebe. Durch die Zusammenarbeit mit Naturheilern aus unterschiedlichen Ländern hat sich dies in meiner Arbeit offenbart.

Was würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?
JK: Ich habe ein tolles Schweizer Messer mit insgesamt 28 Funktionen, es liegt wie ein Handschmeichler in meiner Hand.

Wo und wie entspannst Du am besten?
JK: Das ist unterschiedlich und situationsabhängig. Ich kann sowohl mit Menschen gerne, als auch alleine gut entspannen.

Was ist Dein Lieblingsessen?
JK: Was ich gerade im Moment des Hungers mit all meinen Sinnen wahrnehme, kaufe, koche und geniesse ich.

Welchen Rat würdest Du unseren Leser*innen mit auf den Weg geben?
JK: Nichts von Bedeutung, nur pure Wahrnehmung für das Momentane … die Zeit läuft.

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Fotos © Burga Fillery

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