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Mit Naturkosmetik auf der sicheren Seite

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass sich in vielen Kosmetikprodukten Inhaltsstoffe verbergen, deren Verträglichkeit und Unschädlichkeit fragwürdig sind. Vor einigen Monaten informierten wir zum Beispiel über die Auswirkungen von Aluminium in Kosmetik und anderen alltäglichen Gebrauchsgegenständen.

Monika Krause, die Inhaberin des Naturkosmetikgeschäftes Tiaré berät mich zu den verschiedenen Inhaltsstoffen sehr fachkundig und ausführlich. Sie erzählt, dass seit die Kosmetikcheck App TOXFOX des BUND  verfügbar ist, viele Kunden in den Laden kommen und nach Alternativen zu ihren bisherigen Kosmetikprodukten fragen, die mit hormonell wirksamen Inhaltsstoffen (EDC – endocrine disrupting chemicals) belastet sind. Laut Monika Krause gibt es auch natürliche hormonell wirksame Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel bestimmte ätherische Öle und andere pflanzliche Wirkstoffe, die auch in der Naturkosmetik gezielt eingesetzt werden, um zum Beispiel bestimmte enzymatische Stoffwechselprozesse anzuregen.

Bei den Inhaltsstoffen die bei der ToxFox-App angezeigt werden, handelt es sich allerdings um künstlich hergestellte Chemikalien, die meist als Weichmacher (Phthalate), Konservierungsstoffe mit desinfizierenden und antimikrobiellen Eigenschaften und als UV Schutz (Parabene) eingesetzt werden. Diese gelangen über die Haut in den Körper und greifen direkt in unser Hormonsystem ein. Das Hormonsystem steuert sämtliche Stoffwechselprozesse und reagiert sehr empfindlich auf solche Einflüsse.

Besonders Schwangerschaft, Kleinkindphase und Pupertät sind sehr sensible Zeitfenster des sich noch entwickelnden hormonellen Systems.

Die EDCs werden bei Jungen und Männern mit Missbildungen der Geschlechtsorgane, Hodenkrebs und verminderter Spermienqualität in Verbindung gebracht, bei Mädchen und Frauen zu verfrühter Pubertät führen und das Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebsrisiko erhöhen. Während der Schwangerschaft können die EDCs zu einer unvollständigen Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane führen. Ausserdem stehen sie als mögliche Ursache für eine Tendenz zu Allergien, Diabetes, Fettleibigkeit, Störungen der Gehirnentwicklung, Verhaltensauffälligkeiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verdacht.

Laut ToxFox erhöht die Benutzung mehrerer verschiedener Produkte mit EDC das Risiko, die Wechselwirkungen der einzelnen Bestandteile sind nicht ausreichend erforscht und finden keine Berücksichtigung bei der Festlegung der Grenzwerte.

Nicht zuletzt können die Kläranlagen EDCs nicht aus dem Abwasser filtern, so dass sie über das Wasser in die Umwelt gelangen. Auch in der  Landwirtschaft werden EDCs eingesetzt und durch Müllverbrennung- und deponierung und den Einsatz von Alltagsprodukten die Umwelt belasten und zur Fortpflanzungsschwierigkeiten und genetischen Missbildungen von Tieren in der Wildnis führen. Häufig sind Raubtiere am Ende der Nahrungskette besonders betroffen, da sich die langlebigen Stoffe im Fett ihrer Beutetieren anreichern.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnete hormonell wirksame Chemikalien schon vor 3 Jahren als „globale Bedrohung“.
Diese Stoffe sind in Deutschland noch nicht verboten worden, wie zum Beispiel in Dänemark.

Wer sich eingehender informieren möchte, dem empfehle ich die Studie vom BUND oder Codecheck. Bei ToxFox kann auch direkt, nachdem ein Produkt gescannt ist, eine Protestmail an den Hersteller schicken und den Verzicht der potenziell gefährdenden Stoffe fordern. Basisdemokratie par excellence.

iumn01_Foto©Katharina_Wyss

Zertifizierte Naturkosmetik, wie zum Beispiel vom Unternehmen i+m, verzichtet vollständig auf den Einsatz solcher Inhaltsstoffe und bietet damit Sicherheit für Gesundheit und Umwelt. i+m Naturkosmetik ist Kooperationspartner unseres Netzwerkes.

Weitere Infos:
www.bund.net/toxfox
www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/toxfox_der_kosmetikcheck/experteninterview/
www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/toxfox_der_kosmetikcheck/

Apps zum Download:
BUND
Codecheck

Liste mit potentiell schädlichen Inhaltsstoffen.
Besonders belastete Produkte recherchierten die Netzfrauen hier.

Die Fotos sind bei einem Besuch in der i+m Naturkosmetik-Zentrale entstanden. © Katharina Wyss

 

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