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Süss und gesund? Eine ernüchternde Entdeckungsreise (Teil 1)

© Katharina Wyss

Eine Übersicht über die gesündesten Süßungsmittel zusammenzustellen war der ursprüngliche Ansatz. Schön sortiert nach ökologischem Fußabdruck und wie gesund sie wirklich sind – von Agavendicksaft bis zu Xylit. Nach mehreren Monaten der Recherchen haben wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen, viele davon sind ernüchternd: Zuckerkonsum macht süchtig und Zucker ist richtig giftig. Agavendicksaft und -sirup, die viel verwendete Alternativsüße, kann wegen des hohen Fruktoseanteils noch gesundheitsschädigender als Zucker sein.

Die Gute Nachricht: Das Empfinden von süß verändert sich und wenn wir uns am Ernährungsverhalten unserer Vorfahren (und von Naturvölkern) Schritt für Schritt wieder anpassen, tun wir unserer Gesundheit richtig Gutes.


Top 10 der Erkenntnisse:

1) Alles Süße reduzieren und sehr sparsam damit umgehen. Das Geschmacksempfinden ändert sich, je weniger Süßes wir essen und das Verlangen nach Zucker lässt nach, je weniger wir davon konsumieren.

2) Auf alles mit der Endung -ose und -sirup verzichten bzw. reduzieren.

3) Zucker ist eine Droge und Süßpflanzen sind Ersatzdrogen mit unerforschten Nebenwirkungen.

4) Entdecke die natürliche Süße von Gemüse, Obst und ebenso in Getreidearten.

5) Grünes Blattgesmüse, z.B. in Smoothies, verändern das Geschmacksempfinden und machen es allgemein leichter, Süchte (Kaffee, Nikotin, Zucker etc.) durch zelluläre Sättigung aufzugeben.

6) In verarbeiteten Nahrungsmitteln sind oft eine Vielzahl an verschiedensten Zuckerstoffen versteckt.

7) Für einen Schuss Süße in Müslis, Salatdressings bzw. zum Kochen: Apfel- bzw. Birnendicksaft verwenden. Auch ideal für Veganer. Voelkel bietet z.B. Bio-Apfeldicksaft an. Darin ist Apfelsaftkonzentrat im Verhältnis von 1:8 enthalten.

8) Alle stärkehaltigen Lebensmittelbestandteile werden wie Zucker verstoffwechselt. Deshalb ist es wichtig, alle süßen und stark kohlenhydrathaltigen Lebensmittel zu reduzieren.

9) Dass Tiere in Versuchen seit Jahrzehnten für Untersuchungen von Süßungsmitteln zu unserem Nutzen, gequält werden, ist für den Konsumenten nicht offensichtlich bzw. wird verdrängt.

10) Der letzte große Hype wurde um das Süßungsmittel Stevia gemacht. Erst 2011 in der EU zugelassen, weißt es toxische Wirkungen z.B. für Hunde und Katzen auf. Die großen Player, wie der US-Nahrungsmittelriese Cargill, erobern mit Stevia neue Marktanteile. Nach ihrer Entwicklung des Stevia-Süßstoff Truvia, kündigen sie Vereinbarungen mit großen Zuckerfirmen in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien an. Soweit zum Anreiz des Kapitalmarktes, soviel Zucker bzw. Süßungsmittel wie möglich in Nahrungsmitteln zu verkaufen.


Zucker macht Krank

  • „Zucker sollte als ein Toxin eingestuft werden.“ (Dr. Robert Lustig, Spezialist für Hormonstörungen und Übergewicht bei Kindern)
  • Ein Übermaß an Zucker bzw. Glukose im Blut löst im gesamten Körper Entzündungsreaktionen aus und ist damit für Verhärtungen und Verengungen der Blutgefäße sowohl am Herzen als auch im Gehirn verantwortlich.
  • Zucker deaktiviert das Immunsystem, indem er die Funktion der weißen Blutkörperchen herabsetzt.
  • Zucker fördert die Fettspeicherung und Gewichtszunahme.
  • Zucker füttert Krebszellen.
  • Ein dauerhaft hoher Blutzuckerspiegel ist die Hauptursache für: Alzheimer, Arteriosklerose, Fettleibigkeit und metabolisches Syndrom, Abhängigkeit, Karies.

Erst durch das Zeitalter der Industrialisierung, kam es zur Massenproduktion und Massenverwendung von Zucker, der sich inzwischen in fast allen verarbeiteten Lebensmitteln wiederfindet. Zucker löst laut Forschung nicht nur etliche Zivilisationskrankheiten aus, wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Krebs und Demenz – Zucker macht süchtig. Zucker manipuliert unser Gehirn so stark, dass er eine schwere Sucht entfachen kann. An Ratten ist dies zigfach in Laboren getestet worden, der Mensch bezahlt gern dafür – und geht in den Einkaufsladen, in die Eisdiele, ins Restaurant oder in die Kantine …


Emotionale Bedürftigkeit will Süßes

Es lohnt sich, die wahren Gründe hinter der Sucht aufzudecken und stillen. Zum Beispiel Bedürftigkeit auf emotionaler Ebene oder Stress. Mach lieber eine Meditation oder Yoga, anstatt einen Schokoriegel zu naschen. Oder bereite Dir rechtzeitig Snacks mit natürlicher Süße vor!

> Teil 2: Entdecke die natürliche Süße – Zuckeralternativen, plus Übersicht von empfehlenswerten und nichtempfehlenswerten Süßungsmitteln

Text: Katharina Wyss & Ute Baacke, Ernährungsberaterin

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2 Kommentare

    • Das freut uns! Du kannst diesen Artikel mit Hinweis auf die 2 Autorinnen und unser Netzwerk sehr gern veröffentlichen. Wir werden nach dem 2. Teil ein PDF erstellen und zum downloaden frei zur Verfügungs stellen.

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