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Salutogenese – oder wie wir gesund bleiben

Collage Balance PGGDer Begriff „Salutogenese“ fasziniert. Gesund bleiben wollen wir alle. Doch wie sieht die Realität aus? Erste Hintergründe dazu fand ich im OYA-Magazin. Der folgende Text schildert ein bedeutsames Forschungsergebnis, das zur Aufklärung über die Faktoren beiträgt, die unsere Gesundheit mitgestalten.

„Trotz hohen Lebensstandards und entwickelter Medizintechnologie sind große Teile der Bevölkerung krank. Nicht Krankheit, sondern Gesundheit stellt sich als Abweichung von der Norm dar. In der Alameda County Studie* zeigte sich folgendes Bild: 29% wiesen keine Beschwerden auf, 28% ein Symptom, 43% mindestens eine chronische Erkrankung oder Behinderung.

Die salutogenetische, das heisst auf die Entstehungsbedingungen von Gesundheit ausgerichtete, Frage lautet: Wie bleibt ein Mensch gesund bzw. wie kann dieser trotz beeinträchtigender Einflüsse genesen? In seinem salutogenetischen Modell nähert sich der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky dieser Aufgabenstellung.

”Das SOC (Kohärenzgefühl) ist eine globale Orientierung, die ausdrückt, in welchem Ausmaß ein durchdringendes, andauerndes und dennoch dynamisches Gefühl des Vertrauens hat, daß die Stimuli, die sich Verlauf des Lebens aus der inneren und äußeren Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind; einem die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen, die diese Stimuli stellen, zu begegnen; diese Anforderungen als Herausforderungen sind, die Anstrengung und Engagement lohnen.”

Nach Antonovsky entwickelt sich das SOC (sense of coherence) in den ersten beiden Lebensdekaden und bleibt ab dem frühen Erwachsenenalter konstant. Die Lebenserfahrungen insbesondere in der frühen Kindheit bestimmen im wesentlichen die Stärke des Kohärenzgefühls. Die Wahrnehmung von Stressoren hängt von der Ausprägung des ‘sense of coherence’ ab. Antonovsky stellt nun verschiedene Vermutungen an, die sich stark an das transaktionale Streßmodell von Lazarus und Folkman anlehnen :

1) Fordernde Situationen werden von Menschen mit starkem Kohärenzgefühl nicht als Belastung eingeschätzt; es kommt nicht zu Spannungszuständen.

2) Stressorexposition führt zur Einschätzung des eigenen Wohlbefindens als gefährdend, positiv oder irrelevant. Die beiden letztgenannten gelten für Menschen mit starkem Kohärenzgefühl verstärkt

3) Durch das Kohärenzgefühl wird die instrumentelle Wahrnehmung des Problems sowie die Auslösung von Emotionen beeinflusst. Menschen mit starkem Kohärenzgefühl nehmen Probleme klarer und differenzierter wahr. Ihre Emotionen erscheinen weniger fokussiert und weniger diffus.

Ein starkes Kohärenzgefühl wird den Menschen befähigen, in einer jeweiligen Situation adäquate Widerstandsreserven zu mobilisieren.“

Zusammengefasst bedeutet dies, je stressfreier wir in den ersten beiden Lebensdekaden aufwachsen, um so stabiler ist unsere Gesamtkonstitution.

Im Oya-Text findet sich folgender Schlusssatz, der der Vision unseres Gesundheitsnetzwerkes voll und ganz entspricht: „Wenn eine konsequent salutogenetische Ausrichtung der Kommunikation die gesunde Entwicklung der Menschen fördert, sollte diese natürlich nicht nur in der Medizin praktiziert werden, sondern überall im Leben. Besonders auch in Hinblick auf eine gesunde Entwicklung von jungen Menschen sollte sie in Kindergärten und Schulen angewendet werden.“

Quelle: www.salutogenese.net
Link zum Oya-Artikel: Salutogenese – Wie entsteht Gesundheit?

* In der “Alameda-County-Studie“ wurden fast 7000 Erwachsene 9 Jahre lang untersucht.

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